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13 (1848) Flegeljahre : erstes und zweites Bändchen
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Seine alte Seelen-Schwester Goldine erhielt jetzt einenBrief. Vorn herein schrieb er:er übertreib' eS nicht, wenner sowol in Rücksicht seiner jetzigen Bekanntschaften als seinerkünftigen Hoffnungen sich für ein Glückskind des gütigstenSchicksals erkläre; und nur mit griechischer Furcht vor derNemesis bekenn' er, daß sein erster Ausflug fast zu glücklich,seine erste Ziel-Palme schon voll Früchte sei und seine Abendeeinen Abcndstern besäßen, und die Morgen den Morgenstern."

Darauf ging er weiter zur Malerei des Sommerlebens,an welche er sich ohne Furcht mit folgenden Farben machte:

Schon der Sommer allein erhöbe! Gott, welche Jahres-Zcit! Wahrlich ich weiß oft nicht, bleib' ich in der Stadtoder geh' ich aufs Feld, so sehr ist's einerlei und hübsch. Gehtman zum Thor hinaus: so erfreuen einen die Bettler, diejetzt nicht frieren, und die Postreiter, die mit vieler Lust dieganze Nacht zu Pferde sitzen können, und die Schäfer schla-fen im Freien. Man braucht kein dumpfes HauS; jede Staudemacht man zur Stube und hat dabei gar meine guten ämsigenBienen vor sich und die prächtigsten Zwcifalter. In Gärtenauf Bergen sitzen Gymnasiasten und ziehen im Freien Voka-beln aus Lcxizis. Wegen des Jagdverbotes wird nichts ge-schossen, und alles Leben in Büschen und Furchen und ausAesten kann sich so recht sicher ergötzen. Ueberall kommenReisende aus allen Wegen daher, haben die Wagen meist zu-rückgeschlagen, den Pferden stecken Zweige im Sattel und denFuhrleuten Rosen im Mund. Die Schatten der Wolken lau-fen, die Vögel fliegen dazwischen auf und ab, Handwcrks-bursche wandern leicht mit ihren Bündeln und brauchen keineArbeit. Sogar im Regenwetter steht man sehr gern draußenund riecht die Erquickung, und es schadet den Viehhirten wei-