an. Dieser stellte ihn als Universalerben sämmtlichcn Gästenvor. Er schämte sich, als eine Merkwürdigkeit dieser Artlange dem Beschauen bloß zu stehen, und beschleunigte dieErscheinung vor dem Stadtrath. Verschämt und bange trater in die Nathsstubc, wo er gegen seine Natur als ein hoherSaitenstcg dastehcn sollte, aus welchen andere Menschen wieSaiten gespannt waren; er schlug die Augen vor den Akzessit-Erben nieder, die gekommen waren, ihren Broddieb abzu-wägen. Blos der stolze Neupcter fehlte sammt dem Kirchcn-rath Glanz, der ein viel zu berühmter Prediger auf demKanzel- und dem Schrcibpulte war, um zur Schau einesungcdruckten Menschen nur drei Schritte zu thun, von demer die größte Begierde forderte, vielmehr Glanzen aufzusuchen.
Der regierende Bürgermeister und Exekutor Kuhnoldwurde mit Einem Blick der heimliche Freund des Jünglings,der mit so crröthcndcm Schmerz sich allein vor den Angenstehender gefräßiger Zuschauer an die gedeckte Glückstafcl setzte.Lukas aber besichtigte jeden sehr scharf.
Das Testament wurde verlesen. Nach dem Ende der3ten Klausel zeigte Kuhnold auf den Frühpredigcr Flachs,als den redlichen Finder und Gewinner des Kabclschcn Hau-ses; und Walt warf schnell die Augen auf ihn und sic stan-den voll Glückwünsche und Gönnen.
Als er in der -Ltcn Klausel sich anreden hörte vom todtenWohlthätcr: so wäre er den Thräncn, deren er sich in derRathsstube schämte, zu nahe gekommen, wenn er nicht überLob und Tadel wechselnd hätte crröthcn müssen. Der Lor-bccrkranz, und die Zärtlichkeit, womit Kabel ihm jenen auf-sctztc, begeisterte ihn mit einer ganz andern hcißcrn Liebe alsdas Füllhorn, das er über seine Zukunft ausschüttctc. —