Druckschrift 
13 (1848) Flegeljahre : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

41

makers Uebersctzung den Namen des Bischofs von Karthagounter Geiserich, nämlich (Zuocl Deus vult, oder Vult imAlltagswcsen bekam.

Jetzt wurden in der Stube scharfe Markungen, Einhe-gungen und Theilungstraktate gemacht. Wiegen und alleswurde geschieden. Gottwalt schlief und wachte und trank alsLinker, Vult als Rechter; späterhin, als beide ein wenig krie-chen konnten, wurde Gottwalten, dem adeligen Sassen, dasfürstliche Gebiet durch ein kleines Gitterwerk das man blosaus Hühner- und andern Ställen auszuheben brauchteleicht zugcsperrt; und eben so sprang der wilde Vult hinterseinem Pfahlwerk, der dadurch fast das Ansehen eines auf-uud ablaufenden Leoparden im Käfig gewann.

Erst mit langer Mühe und Strenge schaffte Veronika dielächerliche Ab- und Erbsonderung ab; denn der alte Lukashatte, wie jeder Gelehrte, eine besondere Hartnäckigkeit derMeinungen und bei aller Ehrliebe steifen Kaltfinn gegen dasLächerlichwerden.

Bald wurde deutlich, daß wissenschaftliche Fächer künftigGottwalts Fach seyn würden; ohne alle elterliche Vorliebe warleicht zu bemerken, daß er weißlockig, dünnarmig, zartstämmigund, wenn er einen ganzen Sommer Schafhirtlein gewesen,noch schnee- und lilienweiß in solchem Grade war, daß derVater sagte: einen Stiesel woll' er mit einem Eiweißhäutchenstatt Psundledcr eben so gut besohlen als den Jungen zumBauersmann einrichten. Dabei hatte der Knabe ein so gläu-biges, verschämtes, überzartes, frommes, gelehriges, träumeri-sches Wesen, und war zugleich bis zum Lächerlichen so eckigund elastisch-aufspringend, daß zum Verdrusse des Vaters