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13 (1848) Flegeljahre : erstes und zweites Bändchen
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kalten Ländern dieselben sind? Wenn nnn gar die reitendePost, die aus Italien kommt, durchs Dorf blaset und ihmans wenigen Tönen blumige Länder an das gefrorne Mu-seumsfenster hebt; wenn er alte Rosen- und Lilienblätter ausdem vorigen Sommer in die Hand nimmt, wol auch eine ge-schenkte Schwanzfeder von einem Paradiesvogel; wenn dabeidie prächtigen Klänge Salatzeit, Kirschenzcit, Trinitatissonn-tage, Rosenblüte, Marientage das Herz anrühren: so wird erkaum mehr wissen, daß er in Schweden ist, wenn Licht ge-bracht wird, und er verdutzt die fremde Stube ansieht. Willer's noch weiter treiben, so kann er sich daran ein Wachskcr-zen-Endchen anzündcn, um den ganzen Abend in die großeWelt hinein zu sehen, aus der er's her hat. Denn ich sollteglauben, daß am Stockholmer Hofe,, wie anderwärts, von denHosbedientcn Endchen von Wachskerzen, die auf Silber ge-brannt hatten, für Geld zu haben wären.

Aber nun nach Verlaufe eines halben Jahres klopft aufeinmal etwas schöners als Italien, wo die Sonne viel früherals in Haslau untergeht, nämlich der herrlich bcladne längsteTag an seine Brust an, und hält die Morgenröthe voll Ler-chengesang schon um 1 Uhr Nachts in der Hand. Ein wenigvor 2 Uhr, oder Sonnenaufgang trifft die oben gedachte nied-liche, bunte Reihe im Pfarrhause ein, weil sie mit dem Pfar-rer eine kleine Lustreise vor hat. Sie ziehen nach 2 Uhr,wenn alle Blumen blitzen und die Wälder schimmern. Diewarme Sonne droht kein Gewitter und keinen Platzregen,weil beide selten sind in Schweden. Der Pfarrer geht sogut in schwedischer Tracht einher wie jeder er trägt seinkurzes Wamms mit breiter Schärpe, sein kurzes Mäntelchendarüber, seinen Rundhut mit wehenden Federn und Schuhe