319
im Geräusche seines Innern nicht an die Anekdote, daß ja Karlfür eben diese als Knabe sterben wollen. „Dic Romciro? (fuhr„dieser auf) Sei still! — O diese? — Spielender Schars-Dichter, du Schicksal! Warum sie und heute? Ach, Albano,„für diese ging ich früh dem Tode entgegen (fuhr er weinend„fort und sank ihm an die Brust); und darauf ist mein Herz„so schlecht geworden, weil ich sic verloren habe — Nimm sie„nur hin, denn du bist ein reiner Geist — die herrliche Gestalt,„die dir auf dem Meere erschien, so sicht sie aus, oder jetzt noch
„schöner.-Ach Albano!" — Dieser edle Mensch erschrak
über die Verwickelung und über das Schicksal und sagte: „nein,„nein, du lieber Karl, du denkst über alles ganz falsch."
Plötzlich war es, als tönten alle Gestirne und ein melo-disches Geistcrchor dränge unsichtbar durch die Pforte herein;Albano war betroffen. „Nichts, lass' cs (sagte Karl). Es ist„das Skelet nicht; der fromme Vater geht im Flötcn-
„thale und zieht jetzt seine Flöten, weil er betet-Aber
„wie sagst du, ich dächte über alles falsch?"- „Wie?"
wiederholte Albano und konnte im zauberischen Kreise dieserNachklänge, die den Sonntagsmorgen allmächtig wiedcrbrach-ten, nicht denken und reden. Wehten denn nicht die Silber-pappeln an den Sternen hin und her, und Roscnwolkcn lager-ten sich um den Himmel, und das ganze Elysium zog offenvorüber mit den Lauten, die cs durchschwebct, mit den Thrä-nen, die es benetzet hatten, und mit den Träumen, die keinHerz vcrgiffct, und mit der heiligen Gestalt, die ewig in seinembleibt? — Die Hand ihres Bruders hielt er jetzt so fest; derLiebe und der Freundschaft, diesen zwei Brennpunkten in derEllipse der Lebensbahn, war er so nahe; — ungestüm nm-sassete er den Bruder mit den Worten: „bei Gott, sag' ich