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„halte sic, bis sie welkt. Ich habe heute Deine Gestalt gc-„sehen und auf ihr die Wunden des Lebens; tritt an mich,„ich will neben Dir bluten und streiten. Ich habe Dich„schon früh gesucht und geliebt. Wie zwei Ströme wollen„wir uns vereinigen und miteinander wachsen und tragen„und cintrocknen. Wie Silber im Schmelzofen rinnen wir„mit glühendem Lichte zusammen, und alle Schlacken liegen„ausgcstoßcn um den reinen Schimmer her. Lache dann„nicht mehr so grimmig, daß die Menschen Irrlichter sind;„gleich Irrlichtern brennen und fliegen wir fort im regnen-den Sturme der Zeit. — Und dann, wenn die Zeit vor-„bei ist, finden wir uns wie heute und cs ist wieder im„Frühlingc."
Albano de Ccsara.
48. Z y k e l.
Wie herrlich — eh' dem inncrn Menschen, wie dem äu-ßern im Alter, alle Pulsadern zu Knorpeln erstarren und alleGesäße unbicgsam und erdig werden und das moralische Herzwie das andre kaum sechzig Schläge in einer Minute thut,und eh' der alte scheue Narr sich bei jeder Rührung ein Stückseines Wesens aufhcbt, das er kalt und trocken erhält unddas aufpasscn soll, wie benetzte Himbecrblättcr stets auf derrauhen Seite trocken bleiben — wie herrlich, sag' ich, trittdagegen vor dieser Spionen-Periode ein Jüngling, zumal einAlbano, seine Bahn daher, wie frei, keck und froh! Und suchtgleich dreist den Freund wie den Feind und tritt dicht an ihn,um zu kämpfen entweder für ihn oder wider ihn! —
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