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10 (1848) Titan : erster Band
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fragt Dich frei ein wahres Herz und Deines antwort'ihm treu und gern!

Wurde Dir das längste Gebet des Menschen erhört,Fremder, und hast Du Deinen Freund? Wachsen DeineWünsche und Nerven und Tage mit seinen zusammen wiedie vier Zedern ans Libanon, die nichts um sich duldenals Adler? Hast Du zwei Herzen und vier Arme und lebstDu zweimal wie unsterblich in der kämpfenden Welt?-Oder stehst Du einsam aus einer frostigen verstummtenschlnalcn Gletschcrspitze und hast keinen Menschen, dem Dudie Alpen der Schöpfung zeigen könntest, und der Himmelwölbt sich weit von Dir und Klüfte unter Dir? WennDein Geburtstag kommt, hast Du kein Wesen, das DeineHand schüttelt und Dir ins Auge sicht und sagt: wir blci-bcn noch fester beisammen?

Fremder, wenn Du keinen Freund hättest, hast Dueinen verdient? Wenn der Frühling glühte und alleseine Honigkelche öffnete und seinen reinen Himmel undalle hundert Thore an seinem Paradiese: hast Du da schmerz-lich aufgcblickt wie ich und Gott um ein Herz gebeten fürDeines? O wenn Abends die Sonne einsauk wie einBerg und ihre Flammen aus der Erde fuhren und nurnoch ihr rothcr Rauch hinanzog an den silbernen Sternen:sähest Du aus der Vorwclt die verbrüderten Schatten derFreundschaft, die aus Schlachtfeldern wie Gestirne EinesSternbildes miteinander untcrgingcn, durch die blutigenWolken als Riesen ziehen, und dachtest Du daran, wie siesich unvergänglich liebten, und Du warst allein wie ich? Und, Einsamer, wenn die Nacht/ wo der Geist desMenschen, wie in heißen Ländern, arbeitet und reiset,

Jean Paul's auSgew. Werke. X. lg