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„fragt Dich frei ein wahres Herz — und Deines antwort'„ihm treu und gern!
„Wurde Dir das längste Gebet des Menschen erhört,„Fremder, und hast Du Deinen Freund? Wachsen Deine„Wünsche und Nerven und Tage mit seinen zusammen wie„die vier Zedern ans Libanon, die nichts um sich dulden„als Adler? Hast Du zwei Herzen und vier Arme und lebst„Du zweimal wie unsterblich in der kämpfenden Welt? —-„Oder stehst Du einsam aus einer frostigen verstummten„schlnalcn Gletschcrspitze und hast keinen Menschen, dem Du„die Alpen der Schöpfung zeigen könntest, und der Himmel„wölbt sich weit von Dir und Klüfte unter Dir? — Wenn„Dein Geburtstag kommt, hast Du kein Wesen, das Deine„Hand schüttelt und Dir ins Auge sicht und sagt: wir blci-„bcn noch fester beisammen? —
„Fremder, wenn Du keinen Freund hättest, hast Du„einen verdient? — Wenn der Frühling glühte und alle„seine Honigkelche öffnete und seinen reinen Himmel und„alle hundert Thore an seinem Paradiese: hast Du da schmerz-lich aufgcblickt wie ich und Gott um ein Herz gebeten für„Deines? — O wenn Abends die Sonne einsauk wie ein„Berg und ihre Flammen aus der Erde fuhren und nur„noch ihr rothcr Rauch hinanzog an den silbernen Sternen:„sähest Du aus der Vorwclt die verbrüderten Schatten der„Freundschaft, die aus Schlachtfeldern wie Gestirne Eines„Sternbildes miteinander untcrgingcn, durch die blutigen„Wolken als Riesen ziehen, und dachtest Du daran, wie sie„sich unvergänglich liebten, und Du warst allein wie ich?„— Und, Einsamer, wenn die Nacht/ wo der Geist des„Menschen, wie in heißen Ländern, arbeitet und reiset,
Jean Paul's auSgew. Werke. X. lg