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10 (1848) Titan : erster Band
Entstehung
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riton auf dem östlichen, gegenüber hinter einer Musen-Statnc

denn die neun Musen glänzten aus dem grünen Tempean Gewichten zu winden und auf Sprungfedern zu drückenschien.Mein Bruder (brach Liane leise das Schweigen undstrickte die Arbeit fort, die fie der Freundin abgcnommen)wünscht recht sehr, Sie zu sehen." Die nun mit allen hei-ligen Kräften aufgewachte Seele Albano'S fühlte sich ihr ganzgleich und ohne Verlegenheit, und er sagte:schon in meinerKindheit Hab' ich Ihren Karl wie einen Bruder geliebt; ichhabe noch keinen Freund." Die bewegten Seelen merktennicht, daß der Name Karl aus dem Briefe sei.

Ans einmal flogen einzelne Flötentöne oben aus den Ber-gen und aus den Lauben auf - immer mehrere flogen dazu

sie flatterten schön-verworren durcheinander endlich stie-

gen mächtig auf allen Seiten Flötenchöre wie Engel auf undzogen gen Himmel sie riefen es aus, wie süß der Frühlingist und wie die Freude weint und wie unser Herz sich sehnt,und schwanden oben im blauen Frühlinge und die Nachti-gallen flogen aus den kühlen Blumen auf die Hellen Gipfelund schrien freudig in die Triumphlicder des Maies unddas Morgcnwehcn wiegte die hohen schimmernden Regenbogenhin und her und warf sic weit in die Blumen hinein.-

Lianen entsank die Arbeit in den Schooß und sic schlugnach einer ihr eignen Weise, indeß sic den Kopf wie eine Musevorsenktc, den Blick empor, ihn in eine träumerische Weite hef-tend; ihr blaues Auge schimmerte, wie der blaue wolkenloseAether in der lauen Sommernacht blitzend übcrquillt; aberdes Jünglings Geist brannte in der Bewegung auf wie dasMeer im Sturme. Sie zog den schwarzen Schleier gewißnicht allein gegen Sonne und Luft herab; und Albano, mit