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10 (1848) Titan : erster Band
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jenem heiligen Mädchenblicke, der hell und aufmerksam, abernicht forschend, kindlich-theilnehmend ohne Geben und Fordernist. Gleichwol senkte sie diese heiligen Augen heute mehrmalsnieder; aber das zwang sie dazu auf Zcsara's felsigem,obwol von der Liebe erweichtem Gesichte ruhte ein physiogno-nüschcs Recht des Stärkern, er schien eine scheue Seele mithundert Augen anzusehen, und seine beiden wahren lodertenso warm, obwol eben so rein, wie das Sonnenauge im Acthcr.

Die Jrisblumen haben das Sonderbare, daß der eine sieriecht, der andere aber nicht; nur diesen drcieinigcn Menschenthaten sich die Kelche gleich weit auf, und sie erfreueten sichlange über die Gemeinschaft desselben Genusses. Helena liefvoraus und verschwand hinter einem niedrigen Gebüsche; sieerwartete auf einer Kindcrbank neben einem Kindcrtische lä-chelnd die Erwachsenen. Der gute alte Fürst hatte überallfür Kinder niedrige Moosbänkc, kleine Gartenstühle, Tischchenund Scherben-Orangerien und dergleichen um die Ruheplätzeihrer Eltern gestellt; denn er trug diese erquickenden offnenBlumen der Menschheit so nah' an seinem Herzen!Manwünscht so oft (sagte Liane) in der patriarchalischen Zeit,oder in Arkadien und auf Otaheiti zu leben; die Kinder sindja glauben Sie es nicht? überall dieselben, und manhat eben an ihnen das, was die fernste Zeit und die fernsteGegend nur gewähren mag." Er glaubt' es wol undgern; aber er fragte sich immer, wie wird aus dem todteuMeere des Hofes eine so unbefleckte Aphrodite geboren, wieaus dem salzigen Scewasser reiner Thau und Regen steigt?Unter dem Sprechen zog sie zuweilen ein ungemein holdeswie soll ich's beziffern Hm nach, das, wiewol ein Cour-Donatschnitzer, eine unsägliche Gutmüthigkeit verrieth; ich

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