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10 (1848) Titan : erster Band
Entstehung
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aus Gottes Hand, und das noch so klein gestaltete Herz hatja doch sein Blut und eine Sehnsucht, und in das Augcn-Pünktchen unter dem Blatte kehrt ja doch die ganze Sonneund ein kleiner Frühling ein.

Ich lehnte mich, ein wenig ermattet, unter den erstenTriumphbogen, eh' ich zum Altäre aussticg, und sah hinausin die glimmende Landschaft voll Dörfer und Baumgärten undHügel; und der flimmernde Thau und das Läuten der Dörferund das Glockenspiel der Heerden und das Schweben der Vö-gel über allem füllte mich mit Nnh' und Licht. Ja, so ruhigund unbekannt und heiter will ich mein eilendes Leben füh-ren, dacht' ich: redet mir nicht der Trauermantel zu, der vormir mit seinen vom Herbste zerrissenen Schwingen doch wiederum seine Blumen flattert; und mahnet mich nicht der Nacht-schmetterling ab, der erkältet an der harten Statue klebt undsich nicht zu den Blüten des Tages aufschwingcn kann?Darum will ich nie von meiner Mutter weichen bleibe nurdie theure Elisa auch so lange bei uns, als ihre kleine Lindalebt, und rnfe sie ihre hohe Freundin bald, *) damit ich sie seheund herzlich liebe!

Ich stieg den grün-schattigen Berg hinan, aber mit Mühe;die Freude entkräftet mich so sehr; denk' an mich, Elisa,ich werde einmal an einer großen sterben, oder an einem großenallzugroßen Weh. Der Schncckenweg zum Altäre war vonden Farben des Blütenstaubes gemalt, und droben wanden sichnicht gefärbte feste, sondern rege brennende Regenbogen durchdie Zweige des Berges. Warum stand ich heute in einem

*) Linda de Nomeiro.