257
und so lange, bis der kleine Säugling am Busen rebcllirteund sie in ein Nebenzimmer über die Wiege trieb. Sie ent-schuldigte sich und sagte, der Kleine müsse schlafen, weil siemit Lianen spazieren gehe, ans die sie jede Minute aufsehe.
Kinder lieben kräftige Gesichter; Alban wurde zugleichvon Kindern und von Hunden geschätzt, nur konnte er aufdem kindlichen Spielplätze nie mit der kleinen springendenTruppe agircn, wenn erwachsene Logen dabei waren.
„Ich kann sehr viel," sagte Pollux; — „ich kann auch„lesen, Herr!" versetzte dem Bruder Helena. „Aber doch nur„deutsch; ich aber kann lateinische Briefe Prächtig herlesen,„du!" erwiderte ihr das junge Männlein und lief in derStube nach Lektüre und Leseproben umher, aber umsonst.„Mann! warte ein wenig!" sagte er und lief die Treppe hin-auf in — Lianens Zimmer und holte einen Brief von Li-anen. —
43. Z y k e l.
Albano wußte nicht, daß Liane ordentlich das obere,so blühend beschattete Zimmer für sich innen habe, worin siehäufig — zumal wenn die Mutter in der Stadt zurückblicb— zeichnete, schrieb und las. Die kindliche Chariton, vomLiebestranke der Freundschaft begeistert, wußte gar nicht, wiesie nur der schönen liebreichen Freundin ihr Feuer so rechtzeigen konnte; ach, was war ein Zimmer? — In dieses immeroffne kamen nun die Kinder, die Liane zuweilen lesen ließ;und so konnte jetzt Pollux aus dem einsamen den Bogen ho-len, den sie an diesem Morgen geschrieben.
Als Albano während des Holens so allein im Wohn-zimmer des fernen Jugendfreundes neben dessen stiller, blasserJean Paul's ausgew. Werlc. X.
v-.'i.-