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„verhüllt? Warum wird dieser dankbaren frommen Seele der„Mai genommen und die ganze Schöpfung? — Und sic wirst„vergeblich den Blick der Liebe auf die Mutter und auf die„Freundin und — o Gott! — sic weiß nicht, wo sie stehen." —Aber der Vorhang des Mondes flatterte bald seitwärts,und sic lächelte den Schimmer heiter an, wie der blinde Mil-ton in seinem ewigen Gesänge die Sonne, oder wie ein Irdi-scher den ersten Glanz nach dem Leben. —
Eine Nachtigall, die bisher zwischen weiten Blumen einemleuchtenden Würmchen nachhüpfend den Tönen im Zimmer nurmit einzelnen Wildruscn und Nachschlägen der Freude geant-wortet hatte, flog Lianen näher, und die geflügelte Zwcrgorgclriß auf einmal alle Flötenregister heraus, daß Liane im Ver-gessen ihrer Blindheit niedcrblicktc, und Albano erschrocken zu-rücktrat, als sehe sie auf ihn. Da wurde unter den Tönendes Bruders und der Nachtigall ihr blasses, gleich der weißenFedernclke aus den Wangen leicht geröthctes Angesicht zartvom matten Blütcnroth der Rührung überdeckt — die Augcn-licder zuckten öfter über die glänzenden Augen hin — undendlich wurde der Glanz eine ruhige Thränc — cs war keinedes Schmerzes, noch der Freude, sondern jene sanfte, woreindie Sehnsucht des Herzens überquillt, wie im Frühling über-füllte Zweige unverwundct weinen.-
— Im Menschen wohnt ein rauher blinder Zyklope, derallemal in unfern Stürmen zu reden anfängt und uns Zer-trümmerung anräth; furchtbar regte sich jetzt in Zcsara dieganze ausgemachte Kraft der Brust, der wilde Geist, der unsauf Kuntursfittigcn vor Abgründe schleppt, und der Zykloperief laut in ihm: „stürze hinaus — knie vor sie — sag' ihr„dein ganzes Herz — was ist's, wenn du dann auf ewig ver-