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10 (1848) Titan : erster Band
Entstehung
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und die losgeringcltc Locke auf den Maicnl'lüinchcn anihrem Herzen liegend und den seinen Grazienwuchs, derwie die weiße Bekleidung die Gestalt zu erhöhen schien unddie idealische Stille ihres Wesens, mit der sie statt des Armsnur die Finger auf das Geländer legte, gleichsam als schwebedie Psyche nur über der Lilicnglockc des Körpers und erschüt-tere und beuge sie nie und die großen blauen Augen, diesich, indcß das Haupt ein wenig sank, unaussprechlich-schönausschlugen und sich in Träume und in ferne unter Abeudrö-thcn wicderglänzendc Ebenen zu verlieren schienen.

Du überglücklicher Mensch! Dir erscheint die ein-zige sichtbare Göttin, die Schönheit, so plötzlich mit ihrer

Allmacht und von allen ihren Himmeln begleitet, und die Göt-tin gibt dir den Wahnsinn die Gegenwart mit ihren Ge-stalten wird dir unbekannt die Vergangenheit vergehtdie nahen Töne ziehen aus tiefer Ferne her die überirdi-sche Erscheinung überfüllt und überwältigt mit Glanz die sterb-liche Brust!

Ach warum durfte durch diesen hohen reinen Himmel einetiefe kalte Wolke ziehen? Ach warum fandest du die Himm-lische nicht früher oder später?> Und warum mußte sie selberdich an ihren Schmerz erinnern?

Denn Liane - in deren übcrflortcs Auge nur ein star-kes Licht durchsikern konnte suchte den Mond, den seineeigne Aurora ein wenig verhiug, mit dem wiegenden Kopfeirrend ans, weil sie dachte, ein Liudcngipscl verdecke ihnund dieses Wanken malte ihm ihr Unglück so Plötzlich mittausend Farben! Ein schneller Schmerz zertrat seine Augen,daß Thränen daraus spritzten und Funken, und das Mitleidenschrie in ihm:O du unschuldiges Auge, warum wirst du