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10 (1848) Titan : erster Band
Entstehung
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zweige und ein Ring von milchblauen Perlen, oder von Ver-gißmeinnicht endlich zerfloß ein wenig Dust über demRoth, und blos ein offnes blaues Auge blickte unendlich mildund flehend auf Albano nieder; und er streckte die Hände ausnach der umwölktcn Gestalt, aber die Wassersäule war zuniedrig. Da warf das schwarze Gewitter Hagelkörner, abersie wurden im Fallen Schnee und dann Thautropsen nnd end-lich im Wölkchen silbernes Licht, und der grüne Schleierwallte erleuchtet im Dunst. Da rief Albano: ich will allemeine Thräncn vergießen und die Säule aufschwellen, damit>;,ich dich erreiche, schönes Auge! Und das blaue Augewurde feucht von Sehnen und sank vor Liebe zu. Die Säulewuchs brausend, das Gewitter senkte sich und drückte dasWölkchen voraus, aber er könnt' cs nicht berühren. Da rißer seine Adern auf und rief: ich habe keine Thränen mehr,Geliebte, aber all' mein Blut will ich für dich vergießen,damit ich dein Herz erreiche. Unter dem Bluten drang dieSäule höher und schneller auf der weite blaue Aetherwehte, und das Gewitter verstäubte, und alle verschlungnenSterne traten mit lebendigen Blicken heraus das flat-ternde freie Wölkchen schwebte blitzend zur Säule nieder-das blaue Auge that sich in der Nähe langsam auf undschneller zu und hüllte sich tiefer in sein Licht; aber ein lei-ser Seufzer sagte in der Wolke: zieh mich in dein Herz! -O da schlang er die Arme durch die Blitze und schlug denNebel weg, und riß eine weiße Gestalt wie aus Mondlichtgebildet an die Brust voll Glut Aber ach, der zerrinnendeLichtschnee entwich den heißen Armen die Geliebte ver-ging und wurde eine Thränc, und die warme Thräne drangdurch seine Brust und sank in sein Herz und brannte darin,