„versetzte der Müde, ich habe dir heute »och viel zu sage»„und wcnig-Zcit, weil ich morgen reise - und ich weiß nicht,„wie lange mein Herzklopfen mich sprechen lasset." — Ach,also war das vorige Zeichen einer gerührten Seele nur einZeichen eines nervenkranken Pulses gewesen. ... Du armerSohn, wie mußte vor dieser scharfen Lust dein bewegtes Meererstarren — ach, wie an einem eiskalten Metall mußte deinewarme Hand anklcbcn und davon sich wundgcschält abziehcn! —-Aber guter Jüngling! Wer von uns könnte dich tadeln,daß Wunden dich gleichsam mit Blut an deinen wahren oderfalschen Halbgott binden — wicwol ein Halbgott sich öftermit einem Halbthicr als mit einem Halbmcnschen schlie-ßet — und daß du so schmerzlich liebst? — Ach, welche warmeSeele sprach nicht einmal die Bitte der Liebe vergeblich ausund konnte dann, gelahmt vom erkaltenden Gifte, gleich andernVergifteten, die schwere Zunge und das schwere Herz nichtmehr bewegen? — Aber liebe fort, du warme Seele; gleichFrühlingsblumen, gleich Nachtschmctterlingcn durchbricht diezarte Liebe zuletzt doch den hart-gcfrorncn Boden, und jedesHerz, das nichts anderes verlangt als ein Herz, findet endlichseine Brust! — >—
S. Z y k e l.
Der Ritter nahm ihn auf eine über steinerne Säulen ge-führte Gallerte hinauf, die überall Limonienbäumc mit Düftenund kleinen regen vom Monde silbern geränderten Schattenvollstrencten. Er zog zwei Medaillons aus seiner Brieftasche,das eine bildete ein sonderbar-jugendlich aussehcndes weibli-ches Gesichtchcn vor, mit der Umschrift: „l>lou8 ns nou8 ver-