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er wußte nicht, daß es die Düste waren, die er hier in seinerKindheit so oft in die Brust gesogen, und welche nun jedePhantasie und Erinnerung der Vergangenheit dunkel, abergewaltsam zurückriescn, eben weil Düste, ungleich den abge-nützten Merkmalen des Auges und des Ohres, seltener kom-men und also leichter und heftiger die verblichene Empfindungerneuern. Aber als er in eine Arkade des Pallastcs, welchebunte Steine und Muscheln stickend färbten, gericth, und alser die Wogen spielend auf die Schwelle der Grotte Hüpfensah: so deckte sich ihm auf einmal eine bcmoosetc Vergangen-heit auf — er durchsuchte seine Erinnerungen — die Farben-steinc der Grotte lagen gleichsam voll Inschriften der vorigenZeit vor seinem Gcdächtniß.-- Ach hier war er ja tau-
sendmal mit seiner Mutter gewesen, sic hatte ihm die Muschelngezeigt und die Nähe der Wellen verboten, und einmal, dadie Sonne ausging, und da der durchwehte See und alleStcinchen glänzten, war er ans ihrem Schooße mitten unterden Lichtern ausgewacht. —
O war denn nun die Stelle nicht geheiligt und auf ihrseine überwältigende Sehnsucht nicht entschuldigt, die er heuteso lange gehabt, die schöne Armwunde dem tobenden undquälenden Blute auszumachen?
Er ritzte sich, aber zufällig zu tief; und mit einem schö-nen kühlen Heben seines leichter athmcnden Wesens sah er derrothcn Quelle seines Armes in der Abendsonne zu, und wurdewie nach abgcsallenen Bürden leichter — nüchtern — still —und weich. Er dachte an die vcrschwundne Mutter, deren Liebenun ewig unvergolten blieb — ach er hätte dieses Blut gernsür sie vergossen — und nun quoll heißer als je in seinerBrust die Liebe für den kränklichen Vater aus: o komme bald,