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15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
Entstehung
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349
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Auftrag anzunehmen, für sie eine kleine Schuld im Gcfängnißzu bezahlen.

Abends bestieg sie ihren Leichenwagen, auf dem sic denschleichenden Weg zum Sterbebette zwei lange Stunden machte,angczischt und angehcult vom Volk, für das sie sterben wollte.Sie war bitter-allcin, ohne irgend einen Verwandten ihresHerzens oder ihres Schicksals. Blos unwissend begegnete siein der Straße 8t. lllonore dem, der das eine war, und dasandere wurde, dem Adam Lux ans Mainz. O, warum mußteihr Blick, der die anhöhnende Menge vergeblich nach einemglcichflammenden Herzen durchsuchte, diesen Bruder ihres Innernnicht finden und kennen? warum blieb ihr die letzte Entzük-kung der Erde verweigert, die Ucberzengung oder der Anblick,daß der Glaubensgenosse und Vertheidiger ihres Herzens, undder künftige Märterer ihrer That sie jetzo begleite an ihrGrab, dann in dasselbe, und daß eine edle Seele der ihrigennachweinc, und darauf nachziche? Und er war ihr so nahe,und sah ihre letzte Minute! Aber er hatte das Glück verdient,sie sterben zu sehen. Die ganze Frühlingwclt in des Repu-blikaners Herz blühte wieder aus, da er diese Ruhe und Ver-klärung aus der jugendlichen Gestalt im rothcn Sterbeklcide*),diese auf dem langen Todeswege unverrückte Unerschrockenheitin den stolzen und durchdringenden Augen, und wieder dieseunter dem ewigen Verhöhnen zärtlichen, mitleidigen und feuch-ten Blicke sah, deren Engelhuld seinem so männlichen Herzeneben so bitter war, als süß. Nein, wer ein solches Wesenleben und leiden sah, kann es nicht beweinen, nur nachahmen;das vom Wettcrstrale der Begeisterung getroffene Herz duldet

*) Das sogenannte Bluthemd der Verurthellten.

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