Welt-Meer geschöpftes Glas Wasser rein und hell zn sehnscheint. — Auch über den festen Mainzer, der, ungleich demRevoluzionhaufen, nicht nur Segel, sondern auch Ankerhatte, regierte ein Geist der Zeit, oder vielmehr ein Geist desVolks, — er war ein Deutscher.
„Ich sehne mich wieder, sagte der Graf, nach der gro-ßen Corday; ihr Bild vor mir thnt mir so wohl, wie derjetzige Donner über uns, cs blickt ja so heiter-ruhig, als war'cs das Urbild, in die Blitze."
Den dritten Tag der Gefangenschaft — den Corday denzweiten nach ihrer thätigcn Vorbereitung zur innern Ruhenennt — schrieb sic die unvergeßlichen Briefe an Barbarouxund an ihren Vater. Jhr Urthcil darin über den todtcu Ma-rat hatte noch die alte feste Strenge, von keiner Weichherzig-keit für eine Leiche bestochen. Aus gleiche Weise gab sic demRevoluziontribunal auf die Frage: wie sie Marat für ein Un-geheuer halten können, da er ihr, nach ihrer schriftlichen Klageüber Verfolgung, den Zutritt gestattet, zur Antwort: „wassei denn das, gegen sie menschenfreundlich, und gegen alleMenschen cin Wüthrich gewesen zn scyn?" Sie bat in ihremzweiten Briese ihren Vater um Verzeihung ihrer Ansopferung,und sagte: „Freuen Sie sich, daß Sie einer Tochter das Le-ben gaben, die zu sterben weiß. Mich beweine keiner meinerFreunde! Jhre Thräncn würden mein Andenken beflecken, undich sterbe glücklich."
Den Brief an Barbaroux endigte sie mit den Worten:„morgen um 5 Uhr sängt mein ProzeI an, und ich hoffe andemselben Tage in Elysium mit Brutus und einigen andernAlten zusammen zu kommen; denn die Neuern reizen, da sieso schlecht sind, mich nicht."
Jean Nanl's ansgcw. Werke. XV.
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