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15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
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Sie find schon, sogt' ich, ans diesem breitesten Flügelsder alles wcgträgt, davon geflogen, aber nns sind Hciligen-Bilder auf Altären zurückgeblieben zum Anbeten, und zumErleuchten mit Altarlichtern. Das schönste Beleuchten ist woldie Wiederholung ihres Lebens, wär's auch blos die histo-rische; das Leben wird nur angeschaut, nicht begriffen. DieBegriffe die, ihrer Natur nach, schon aus den gemeinstenWesen das Lebendige Niederschlagen lasten vollends ausungemeinen, zum Vortheil des Allgemeinen, gerade das Köst-lichste fallen, und bewahren höchstens aus ihnen die Mutter-mäler, indem immer die Mannigfaltigkeit der Irrwege denBegriff mehr bereichert, als die lebendige Einheit der Recht-Bahn. Ein historisches Zusammenleben mit einem Heros kannoft ein wirkliches darum übcrtreffen, warum die Schimmcrfar-bcn eines Vogels nicht ans seinen zum Fluge ausgebrcitctcnFlügeln erscheinen, sondern auf seinem zur Ruhe zusammengelegten Gefieder."

Ich entdeckte nun dem Grafen, daß ich wirklich für denheutigen Abend eine historische Zusammenstellung der Scelcn-Züge Corday's unternommen und mitgebracht hätte. Dicßschien ihn herzlich zu erfreuen, wiewol er neue Züge leichtermittheilcn als empfangen konnte. Er schlug sogleich vor, denfreien Himmel und einen in zwei Lindcnbäume cingebauetcnAltar zum Tempel unserer Betrachtung zu wählen, um denUntergang der Heldin und der Sonne vereinigt stärker anzu-schauen. Der Präsident versicherte, er höre mit Freuden zu,nur werde man ihm auch den schönsten Eindruck historischerKunst-Rührung doch für keinen Widerruf seiner Sätze anrcch-nen. Der Abend war reizend, mit Gesang und Duft gefüllt,nur daß in Süden weiße Wolkcnberge aufwuchscn, und mit