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In jeder weitgreisenden Handlung wagt das Herz, wennnicht sich, doch sein Glück; nur wenigen Glücklichen hat dasSchicksal ein reines Verhältniß znm Thun bcschiedcn, allerguter Wille der Absicht reicht nicht aus, da wir, obwol nichtsür den Erfolg, aber doch für dessen Berechnung, die ofteine des Unendlichen ist, zu stehen haben. Unsere Psyche kann,möcht' ich sagen, gleich den Vögeln, nie stcilrecht oder geradeauffliegcn, sondern nur aus dein schiefen Umweg. Rechnen wirmit zitternder Hand, so gleichen wir den moralischen Schul-meistern, die oben auf dem Ufer einer Sündfluth sitzen, unddie vor einem gedeckten grünenden Scssiontischc voll Zeugen-verhöre, Geburtschcincn und Konduitcnlisten so lange über dieFrage: wer wol, in Betracht seines besondern Werths undAlters, zuvörderst aus den schwimmenden Völkern hcranszn-bolcn wäre — abrechnen und abstimmcn, bis sammtlichc ans-geschätztc Welt ersoffen ist, und die Fluth vcrtropft. Ich weißuicht, was mit einem solchen Kleinmuts- noch anders aus derErde zu wagen und durchzusctzen ist, als etwan das, was z. B.am heutigen 17. Juli oder Alexius-Tage der Kalender anräth:
größten llebclthätcr die Menschlichkeit gern bewilligt zur Ab-rechnung mit den Selnigcn und sich, und unter dem Giftge-fühl eigner Schuldlosigkeit und fremder Sündcngcwalt. — Obringet doch nicht, bei solcher Verblendung des Gehirns undHerzens zugleich — welche jedem Brauscjüngling den Dolchstatt der Feder in die Hand gäbe, zum Widerlegen des An-ders-Gläubigcn — die Opferung des eignen Lebens in hohenAnschlag, sondern zählt die Selbmvrde des gemeinen Volks,des weiblichen Geschlechtes lm Pöbel, aller Verarmenden, al-ler Unbesonnenen, der Spieler, der matten LebenSschwelgcr,kurz der Feigen, die keinem Drohen Einer Stunde, oder EinerWoche gewachsen sind.