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Sonne trat zwischen ihre Goldbcrge, nnd warf schnell einenFlammenschleier über die entzückten Angen, nnd die lächelndeMutter kam zur Seligkeit; der Strom floß schneller, derWasserfall sprang lauter, und die Nachtigallen sagten allesinbrünstiger, was ich hier sage. „O Freunde— sagte Ernst,von dem Traume und allem begeistert, und wollte gleichsamdurch das Aufopsern des Gestern und durch das Einstimmenin den mütterlichen Glauben an eine Ewigkeit ohne Tod,dankbar die liebende Rücksicht aus sein Glück abwenden undbelohnen — o Freunde, wie licht ist das Leben! Das Wachenist nicht blos ein hellerer Traum; dieser Affe unsers heiligenBewußtseyns stirbt vor den Füßen des wachen inncrn Men-schen, das geträumte Erwachen wird vom wahren vernich-tet. -— Und so werden einmal von der Ewigkeit alle unsereTräume über sie vertilgt." —
Und hier endige der endlose Streit! Eine Braut weintselig über den ersten Geburttag des Herzens, das nun demihrigen bleibt; aber das wiedergeborne weint selig über diesympathetische Seligkeit des fremden; so muß cs seyn und sogehören wir der Liebe au. Ernestine fragte in sanfter Rüh-rung: kann es denn droben etwas Höheres geben, als dieLiebe? — Wahr, Ernestine! Nur in ihr — und in einigenandern seltenen Blitzen des Lebens — reicht die Wirklichkeitblühend in unser innrcs Land der Seelen herein, und dieäußere Welt fällt in eins zusammen mit der künftigen; dieLiebe ist unser hiesiges Seegesicht*), und die tiefen Küstenunserer Welt erheben sich vor der alten.
*) Die Erhebung oder das Secgcsicht ist die optische Täuschung, daßferne, noch unter dem Gesichtkreise liegende Küsten sich herauf-gehoben zeigen.