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15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
Entstehung
Seite
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Mondsonnen lebendig, sagten wir, wenn die letzte im Zenithcinsinkt, so geht Gott auf und tagt. Nach jeder versiegtenSonne wurden unsere Gestalten verkleinert. Wir sind dochkeine Träumer mehr, wie aus der Erde, sondern schon Nacht-wandler, und wir müssen bald erwachen, sagte ich; ja, wennwir aber erst kleine Kinder sind, sagten die andern. DieKörperwelt wurde immer flüssiger und rann leicht. Mit bloßenGedanken bogen wir goldne Bäume nieder, und rückten Gar-tenberge von thauigcn Auen weg. Ein Eisberg, aus dichtemMondlicht gegossen, stand mitten unter Rosen, ich nahm meineGedanken und löste ihn auf, und goß ihn gleißend über diebreite Rosenflur. Ich stand vor einem glatten blauen Pallastohne Thore, und mein Herz klopfte sehnsüchtig davor; siche,wie vor dem Erdbeben Thüren aufspringen und Uhren schla-gen, so that sich vor meinem Herzklopfen der Tempel ausein-ander; siehe, mein Erdenleben blühte darin an seinen Wän-den, in Bilderchen angemalt, kleine Harmonikaglöckchen schlu-gen meine Jugendstunden nach; und ich weinte, und ein alterErden-Garten war an der Wand, und ich rief: schon darin,schon in jenen grauen Zeiten drunten, sehnt sich dein armesHerz wie jetzt, ach, das wird lange!

Da segelte die weißschuppige, endlose Schlange durch diehohen Blumen an mich heran, um sich unaufhörlich um michzu gürten, aber ich nahm unter ihrem Aufsprunge meine Ge-danken, und wand die Schlange unausgesetzt als Perlenschnurum meinen Leib; da vertropften wieder diese Perlen alsThränen: gut, sagt' ich, ich weinte ja schon vorhin, eh' siekam, und noch viel länger.

Es ist schon Ewigkeit, sagten einige, denn die Körpergehorchen dem Sehnen; die Raupen auf Blumen fliegen als