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15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
Entstehung
Seite
248
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Zeit ist ein Augenblick, unser Erden-Seyn, wie unser Erden-Gang, ein Fall durch Augenblick in Augenblick. Unser Seh-nen wird uns für dessen Gegenstand, so wie der wirklicheDurst im Traum für sein wirkliches Löschen im Wachen,Bürge, so oft auch der Traum mit geträumtem Trinken Hin-Halte. Ja diese Aehnlichkeit wird Gleichheit; denn geradedann, wenn dieses Leben am reichsten austheilt, z. B. in derJugend, und wie eine Sonne uns mit Morgenrots) und Mit-taglichtern und Mondschein blendet, gerade dann, wenn dasLeben unsere höchsten Wünsche aussüllt, da erscheint dasfremde Sehnen am stärksten, und nur um ein ebenes Para-dies des Erdbodens wölbt sich der tiefe gestirnte Himmelder Sehnsucht am größten. Woher dieß sogar bei den gei-stigsten Seligkeiten? Eher sollte man das Sehnen erwartenvon der Leere."

Die Sehnsucht konnte ja ihr eigener Gegenstandsehn" versetzte Ernst.

Ich begehre (antwortete ich, gleichsam zur Parodie)keine Antwort auf meiuc Frage, ob man nach Dürsten dürstenwürde, ohne getrunkenes oder zu trinkendes Wasser: sondernSie fahren fort."

Ich antwortete eben versetzte er daß, wenn wirnach Ihren Behauptungen mit der ganzen sogenannten andernWelt schon in der hiesigen leben und ausdauern, und jeneals einen himmlischen Regenbogen des Friedens schon überdiese spannen: so könnte sich dich ja so fort vererben von Erdezu Erde (wir brächten immer die andere Welt dahin mit.)"

Dann, erwiederte ich, wär's einerlei, wo man lebte,und kein Weiser könnte etwas Höheres verlangen vom Leben,als es fort zu erleben, d. h. neue Geburttage."