zcnsfeuer des Muthes und der weichsten Liebe zugleich. Diemenschliche Natur muß tiesgcgründcte Güte haben, da sie ge-rade in den beiden Zuständen des Rausches, die sie verdoppelnund vor den Vcrgrößerspiegel bringen, statt vergrößerter Män-gel nichts enthüllt, als das Schönste und Beste gereift, näm-lich Blume und Frucht, Liebe und Muth.
Der schön-widerspenstige Jüngling, der, wie meistensJünglinge, nichts von seinem morgendlichen Wiegenfeste wußte,sollte am Morgen von der Ankunft seiner Verlobten und sei-nes Festes zugleich überrascht werden mit einer neuen HellenWelt; wir sprachen zusammen tief in die Nacht, aber Ge-spräche an dem Vigilien- und heiligen Abende einer geschloß-neu Lcbcnsfrist werden leicht ernst. Unversehends hatten wiruns wieder in den Staub unsers alten Kampfplatzes verlau-fen; er behauptete: man werde in der zweiten Welt wiedersterben, und in der dritten u. s. w. Ich versetzte, man müssegar nicht sagen zweite, sondern andere Welt;— nach demZerbröckeln unseres körperlichen Riudcnhauscs sei ja die sinn-liche Laufbahn abgeschlossen, die Erwartung einer neuen sinn-lichen, gleichsam ihrer Wiederholung in einer höhcru Oktave,werde blos von der Phantasie untergeschoben, die ihre Wel-ten nur mit den Armen der fünf Sinne baue und halte —und wir dächten wie die sincsischen Tataren, die ihre Todtcnmit goldpapierenen Häusern und Gcräthschasten, im Vertrauenderen Verwirklichung droben, aussteuern, und besonders seidie Seelenwandcrung außerhalb der Erde durch die Leiber aufandern Sternen ganz unstatthaft, schon nach Seite 106 imKampancrthal.
Ernst warf mir den ganzen rein-blauen Sternenhimmelvor uns ein, dessen Welten ja ein solcher jüngster Tag unse-
Jean Pauvr ausgew. Wcrlc. XV. ig