Druckschrift 
15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
Entstehung
Seite
240
Einzelbild herunterladen
 

240

V.

Ueber den Tod nach dem Tode;

oder

der Geburttag.

Das Schloß des Jünglings, dessen Taufname Ernst unsgenügen mag, ruhte einem großen englischen Garten imSchooß, und der Garten wieder einer stolzen Ebene voll Berg-Häupter. Darin sollte sein Gcburttag von seiner Mntter, vonmir und wenn fie noch Morgens käme von seiner Ver-lobten schön gefeiert werden; auch niemand hatte etwas dawi-der, ansgenommen der Festhcilige selber. Ich nenn' ihn so,weil er oft sagte: er wünsche um keinen Preis irgend einSchutzheiliger oder gar die Maria zu sehn, wenn er an sei-nem Namentage das widrige Preisen und Posaunen der Men-schen im Himmel hören müsse; wicwol es mit dem Allcrhei-ligstcn oder richtiger, mit dem Alleinheiligcn nochschlimmer stehe. Ordentlich mit der Härte des Egoismusgegen Feindseligkeiten könne er Frcundseligkeiten ansallen undberenncn; ein Gcburttag, sagt' er, wenn cs nicht ein fremderwäre, sei vollends dumm. Lasset den Jüngling! Eine rechteJungfrau ist auch eine Heilige, warum nicht der rechte Jüng-ling ein Heiliger? Beide sind unschuldig höhere Kinder,denen nur nach der Laubknospe auch die Blütcukuospc zer-springt. Ein Jüngling ist ein Lebens-Trunkener, und darumglüht er wie einer, der sich durch physische Trunkenheitdie jugendliche zurückholt vom Wangen - und vom Her-