der Philanthropie und dcS Kosmopolitismus Bruderliebe undChristcnliebe besaßen, und aus den Rosen dcr Liebe noch nichtden seinen Roscncssig der Selbsucht zogen, sogar in ihrerProsa die lebendigen Wesen gern mit Verklcinerwörtcrnnannten, z. B. das Söhnlein und die Kindlcin Luthers, biszum Jesulein und Christkindchen. Was wir etwa noch jetztverkleinern möchten in Zirkeln, dich suchen wir doch wenigerzu vergrößern und zu lieben, als fast zu hassen. Noch ist jetztdcr falschen Ironie, als einer spöttischen Nachäffung derLiebe, das Vcrklciuerwort gewöhnlich. In meiner Vorschuleder Acsthctik finden Sie Beispiele, und vorher überall.
Unser allcmannische Dichter — denn ich sehe nicht ein,warum ich ihn über ihn vergesse — hat für alles Leben undalles Seyn das offne Herz, die offnen Arme dcr Liebe, undjeder Stern und jede Blume wird ihm ein Mensch. Durchalle seine Gedichte greift dieses schöne Zueigncn dcr Natur,der allcgorisirenden Pcrsonifikazion, die er oft bis zur Kühn-heit der Laune steigert.*) Die Dichtkunst ist nur ein anderesWort für höhere, weitere Liebe; sie scheidet und erlöset dieNatur vom dienstbaren Tode, und beseelt wie ein Gott, umnur zu lieben, und schmückt wie eine Mutter, um noch mehrzu licbcu. Freilich können wir den Bergen, Bäumen undSternen, worin sonst die Griechen Götter zauberten, jetzo nurSeelen einblaseu, und was jene vergötterten, nur beleben.
— Ich komme aber sehr aus dem einkleidenden Brieftoneheraus, lieber Sp., vielleicht weil ich zu lebhaft an die Zei-tung denke, deren Welt ich das Mcinige von dem allemannischcnDichter sagen wollte. Ich will also alles ohne weitere Mühe
Z. B. im ganzen ersten Gedichte: „die Wiese/