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Schwäbische nur halb so einheimisch, als das Französische.Denn nur die Mundart jenes Landes, das sonst das Mutter-land einer unvergleichlichen Dichtkunst war, und das jetzt dasVaterland einiger großer Dichter ist, spricht das zarte spie-lende Muscnkind; und mit der schwäbischen Mundart entzögeman ihm seine halbe Kindlichkeit und Anmuth. ManchemDichter wären die Wohllauten schwäbischen Znsammenziehungcn— z. B. Sagi' m, statt: sage ich ihm — zu gönnen, unddas Ausmustcrn unserer engen n; das Eintauschen des i gegendas ewige deutsche c*); und die Verwandlung des hartenVerkleinerung-chcn in das süße li; und am meisten derReichthum an Diminutiven, den mit den Schwaben nochSchweizer, Ocstreicher und Letten theilen. In allen Sprachenverkleinert die Liebe ihr Geliebtes, gleichsam um es zu ver-jüngen und zum Kinde zu machen, das ja der Amor selber ist.Und das Kleine, gleichsam als das Liebere, verkleinert chianwieder, daher man öfter Lämmchen, Täubchen, Kindlcin,Büchelchcu (letzteres ist nach Voß dreimal verkleinert) sagt, alsElephantchcn, Fürstchcn, Tyrannchcn, Walfischchcn. MancheVölker reden die ganze Natur mit diesen Liebcwörtcrn an,und ziehen sic, wie mit Zauberformeln, sich näher an dieBrust; aber in solchen Ländern wohnet gern der Dichter.Daher kommen in den altdeutschen Dichtern die zahlreichenVerkleiucrwörter; daher unsere guten Voreltern, welche statt
*) Da »ach Fulda e der Vokal der Liebe und der Familie ist —daher das Wort für beide mit seinen beiden e, Ehe — undda nach Wenzel (in seinen Entdeckungen über die Sprache derThicre. 1800) eh der Schmerzlaut aller Thiere ist: so maltunsere E-Sprache uns fast als ein famiiienlicbe-volleS, undetwas martervolles Volk zugleich.