206
meine Hand darum, wären der Hr. Doktor Gevatter da;meine scharmanten Brautleute wären aufgeräumter und stießenan." — Der Zoller hatte, als ein Mann, der wenig andersnoch in der Welt scharf beobachtet hatte, als Zoll und Um-gcld, aus Theoda's Bleich- und Ernst-Sinn den Schluß ge-zogen, sie bange vor des Vaters Entscheidung; wicwol dieheitere Nosc blos vor der heißen Sonne der Liebe und Ent-zückung zur weißen erblaßte. Der tiefe Ernst der Liebe griffihr ganzes munteres Wesen an. Der Hauptmann, schon vonNatur und Wissenschaft ernst, war durch die plötzliche unbe-rechncte Lohe der Liebe nur noch ernster geworden; denn sonstirgend eine äußere Störung (Pcrturbazion) seines Licbc-Hes-pcrus, durch den Vater Saturn oder Mars, kam ihm, beiseiner mathematischen Hartnäckigkeit und kriegerischen Ent-schlossenheit, gar nicht in Betracht, ja wenig in Sinn. Mchl-horn fuhr fort: „ich setze meine Ehre zum Pfände, die Sachegeht." Vergeblich winkte ihm Bona. „Ich weiß sehr gut,sagt' er, was ich sagen will; ich kenne meinen theuersten Hrn.Gevatter Doktor so gut, als euch selber, und vermachen ihmDieselben auf Ihrem herrlichen Rittergut Ihre ganze Höhlevoll Bärenknochcu zum Ausleeren: so weiß ich, was ich weiß."
Der Doktor ärgerte sich am Fensterladen, daß Mchlhornbei Kräften seyn wollte und keck — denn derselbe Liebhaberaller Kraft-Menschen wird doch verdrießlich über einen Schwäch-ling, welcher plötzlich, wenn auch nur im Trunk-Muth, etwasvorstellen, und dadurch das Verhältniß der Unterordnungschwächen will — doch sagte zu sich der Doktor: „übrigensist's gut, und ich bin Hrn. Theudobachs gehorsamer Dienerund Schwiegervater, wenn es mit der Höhle richtig ist."
Der Doktor trat gelassen ins Zimmer und sah jedenunverlegen an. Die verschiedenen Konzertisten der harmonischen