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15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
Entstehung
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hatte ein weißes Brautkleid ungezogen wie in einem vomMondschein glimmenden Abcndthau, und in Lindenduft undSonnen-Nachröthe schienen der seligen Theoda die weißgeklei-deten Mädchen zu gehen, und sic liebte sic alle von Herzenund sic hielt alle Zuschauer für so gut und warm, daß sieöffentlich wie vor einem Altäre hätte dem Geliebten die Handgeben können.

In dieser Minute ließ der Fürst eine heimliche, nach demAbendhimmel gerichtete Eichenpfortc des Höhlen-Bergs aus-rcißcn, und ließ die Abendsonne wie einen goldncn Blitzdurch die ganze Unterwelt schlagen, und mit einer Fcucrsänledurch sic lodern.Ach Gott, ist denn dieß wahr, sehen Siecs auch?" sagte Theoda zu ihm, welche glaubte, sie erblickenur ihr innrcs Entzücken in das äußere Glänzen ansgcbro-chen und ihr Gesichte vorspielend, da gleichsam die goldne Axedes Sonncnwagens in der Nachtwelt ruhte und mit demGlanz-Morgen, den er ewig mitbringt, die Lichter anslöschteund die Höhen und die Wasser übergoldete da der ferneMond-Tempel wie ein Sonnen-Tempel glühte da diebleiche Bildsäule am See sich in lebendigem Roscnlichtc badeteund auseinander blühte da das angezündete Frnhroth desLebens an der einsamen Abend-Welt plötzlich einen bevölker-ten Lustgarten voll wandelnder Menschen anfdcckte.

Und doch, Theoda, ist dein Jrrthum keiner! Was sinddenn Berge und Lichter und Fluren, ohne ein liebendes Herzund ein geliebtes? Nur wir beseelen und cntscclcn den Leibder Welt. Ist ein Garten eine engere Landschaft, so ist dieLiebe nur ein verkleinertes All; in jeder Freudenthränewohnt die große Sonne rund und licht, und in Farbeneingefaßt.