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15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
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Fürstin-Mutter, die ihr Sohn dicht neben ihrem Grabe aus-gestellt. Theoda eilte zu dem blassen Marmor, wie zu einerstillen Geistcrgestalt, und setzte sich ans das Grab daneben!Sie durfte jetzt alles vergessen, und nur an ihre Mutter den-ken, und sogar weinen; wer könnt' cs tm Dunkel bemerken?

Theudobach kam aus Felscngängen gegen sic daher, dessenschöne Gestalt ihr durch den Zauber des Helldunkels nochhöher anfwnchs. Sic erschrak nicht, sondern sah liebreich zuseiner entblößten Stirn empor, auf der das Licht einer unbe-fleckten Jugend blühte:er habe sie heute, fing er an, langegesucht, weil er diesen Abend noch über Pira nach Hauseabreisc; denn er könne nicht gehen, bevor er noch einmal seinBetragen entschuldigt und ihre Verzeihung mitgenommen."

Recht gut! sagte sie. Morgen hätten Sie mich ohnehinumsonst gesucht; ich geh' ebenfalls ab; und was das übrigeanbctrifft: ich vergebe Ihnen herzlich; Sie vergeben mir, undwir wissen beide nicht recht was: so ist alles vorbei." Diesesbrachte sie in einem Tone vor, der sehr leicht und scherzendscyn sollte, eben weil ihre Angen noch in der Wehmuth dervorigen Rührung schwammen. Auf einmal tönte von einemblasenden Musikchorc auf einem fernen Felsen das Lied her-über: Wie sie so sanft ruhn! Heftig fuhr sie vom Grabe aus,und sagte, unbekümmert, daß ihre Thränen nicht mehr zu.halten waren, mit angestrengtem Lächeln:eine Abschied-Gefälligkeit könnten Sie mir wol erweisen einen Freundmeines Vaters in Ihrem Wagen mitzunchmen bis Pira."Mit Freuden! sagt' er.So hol' ich ihn her," versetzte sieund wollte davon eilen; er hielt sie an der Hand fest, blicktesie an, wollte etwas sagen, ließ aber die Hand fahren undrief:Ach Gott, ich kann Sie nur nicht weinen sehen." SieJean Paul'S ausgew. Werte. XV. 12