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15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
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Hanswurst. Er könne sich denken, daß man ihm hier dasTrauerspiel cinwerfe; aber entweder errege dieses gar nichts(dann gähnte man eben so gut und noch wohlfeiler in seinemwarmen Bette), oder eS errege wahre Traurigkeit, wenn auchnur halbstündige; nun aber sollten doch Dichter, dächte man,wie Kotzebue, und deren Kunstrichtcr so viel durch Aufschnap-pen ans der Arznciknndc zufällig wissen, daß TraurigkeitLeber-Verstopfung, folglich Gelbsucht woher sonst der gelbeNeid der Trauerspielen gegen einander? zurücklassc, fernerentsalzten Urin, ein scharfes Thronen (der größte Beweisder Blut-Anstemmung in den Lungen) und sogar Darm-krämpfe. -Auf letzte habe man sogar bei Wesen, die

in gar kein Schauspiel gehen, oder sonst Scelenleiden gehabt(denn cs gebe keine andere, da nur die Seele, nicht der bloßeKörper empfinde und leide), nämlich bei traurigen Hirschen*),geschlossen, aus den kleinen Knötchen in ihrem Unrathc, alsden besten Zeichen von Krämpfen.

Erhärteten freilich fuhr er feurig fort Bühncn-Thränen, gleich Hirschthränen, zu Bczoar: so schrieb' ich wolselber dergleichen Spaß, und bewegte das Herz. Aber jetzt,beim Henker! muß der wahre Arzt mitten unter den weichsten,himmlischsten Gefühlen der Damcnhcrzcn so scharf das Welt-liche dazwischen kommandircn, als ein Offizier unter der Messeseinen Leuten das Gewehr-Strecken und Heben. Vielleichtaber gab' es einen Mittelweg, und cs wäre wenigstens einoffizineller Anfang, wenn man das Trauerspiel, so gut esginge, dem Lustspiel näher brächte, durch eingcstreute Possen,Fratzen und dergleichen, die man denn allmälig so lange an-

') Hallers Physiologie. Bd. 5.