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häufen könnte, bis sie endlich das ganze lnnd besetzten. Eine solche Anastoinose und Kirchenvcreinigungdes Weh- nnd Lustspiels, setzte er hinzu, eine solche Reinigungder Tragödie durch die Komödie wäre zuletzt so weit zu trei-ben — ja in einigen neuesten Tragödien sei so etwas — daßman durch ganze Stücke hindurch recht herzlich lachte. Erfragte, ob denn komische Darstellung so schwer sei, da man inFrankreich im siebzehnten Jahrhundert die ernstesten biblischenGeschichten*) in burlesken Versen begehrte und bekam; wie erdenn überhaupt wünsche, daß ernste Dinge, z. B. Manifeste,Todcsurthcilc re., öfter im gefälligen Gewand, nämlich burlesk,vorgctragcn würden. Er berief sich noch auf die sonst imTrauerspiel so ernsten Franzosen, denen Noverre die tragischenHorazicr Corneille's als einen pantomimischen Tanz gegeben;folglich in Sprüngen, welches schön an den griechischen Namender Tragödie, nämlich Bockspicl, erinnere; sogar er selber ge-traue sich, seinen stärksten Schmerz über einen Verlust, z. B.seines Freundes Strykius, durch bloßes Tanzen auszndrücken,in einem Schäferballct, oder in einem Hopstanz, oder imFandango.
Also hätt' ich, beschloß er, die entkräftende Empfindsam-keit, die man uns aus den Thräncnwcgen der MeibomischenDrüsen, der Thränenkarnnkcl u. s. w. hercinschicßcn läßt,leicht durch Possen gedämmt."
Hier konnte ein winddürrcs Laudfräulcin aus dem Vor-dorf nnd der Vorstadt der Hauptstadt, das sich längst ausRührung gelegt, sich nicht länger halten. „Dicß kann erNarren weiß machen," sagte sic leise vor seinen Katzenohrcn
*) Flegels Geschichte der komischen Literatur.