Druckschrift 
15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

125

astronomisch zu den Himmclsternen hinauf, als zu den weib-lichen Augensternen herab zn sehen gewohnt, zeigte er nichtden geringsten Muth vor einem ganzen Angensternhimmcl;und vor einigen, welche den Busen mit nichts bedeckt hatten,als mit ein paar Locken und Blumen, wollt' er gar dasHasenpanier ergreifen. Jedoch schickte er seinen Blick heimlichnach dem Mädchen herum, das, ihm so unbekannt, dreist ihmvor einer Menge beigcstanden hatte.

Theoda war aber längst durch das Gedränge zn ihremVater hingecilt, wie unter dessen schirmende Fittige gegen ihrHerz und das Volk. Sie war berauscht und beschämt zugleich,daß sie so öffentlich, mehr eine Leserin als ein Mädchen, sichin den Zweikampf von Männern als Sekundantin gemischt.Erst durch langes Bitten rang sie dem Vater die Erlaubnißab, ihn dem Dichter vorznstcllen, wiewol er's ein Sclber-Spektakelstück nannte.

Neben ihm stand sic, als sic ihren Lebens-Abgott, denbald Lichter, bald Schatten reizend bedeckten, Herkommen sah,und sie ihm aus der Ferne unbcschämter in das edle Antlitzschauen konnte. Sie stellte mit kindlicher Lust ihren Vaterdem berühmten Genius vor.Meine Tochter nahm Katzcn-berger leicht den Faden auf hat mich mit Ihrem Künstlcr-ruhm bekannt gemacht; ich bin zwar auch ein,4rtistn, in sofern das Wort Arzt eine verhunzte Verkürzung davon ist;aber, wie gesagt, nur Menschen- und Vieh-Physikus. Daherdenk' ich bei einer Hanskrone und Lorbeerkrone mehr an eineZahnkrone, oder bei einem System sehr ans Psortadersystcm,auch Hantsystem, und ein Blasen- und ein Schwanenhals sindbei mir nicht weit genug getrennt. Mir sehen Sie dergleichenwol nach! Dagegen weis' ich Sie auf meine Tochter an."