gegenwärtigen Zeit darauf eingehen werdet, sondern ein Me-morial an unfern Sekretär, oder, wenn cs annehmlicher ist,an uns selbst unmittelbar gerichtet, wird unsre unverzügliche,und, ich darf hoffentlich nicht hinzusetzen, unsre günstige Ant-wort erhalten."
Die Gräfin verbeugte sich etwas feierlich, und antwor-tete: „Meine Angelegenheit, Sire, ist allerdings wichtig,aber so kurz, daß Ihr nur auf wenige Minuten Euer Ohrdem, was angenehmer ist, zu entziehen braucht; — doch sieist so dringend, daß ich fie keinen Augenblick aufschiebenmöchte."
„Dicß ist ungewöhnlich," sagte Carl. „Allein Ihr seid einungewohnter Gast, und dürft über meine Zeit gebieten. Be-darf die Sache einer Privataudienz?"
„WaS mich betrifft," antwortete die Gräfin, „so möchteder ganze Hof zuhören, aber Ew. Majestät dürften mich lie-ber im Beisein einiger Räthe hören wollen."
„Ormond," sagte der König, sich umschend, „begleitet unseinen Augenblick — und Ihr, Arlington, gleichfalls "
Der König führte fie in ein anstoßendes Kabinet, setztesich, und bat die Gräfin, auch einen Stuhl zu nehmen. „Esist nicht nöthig, Sire," erwiederte sie. Dann hielt fie einenAugenblick inne, wie, um ihre Kräfte zu sammeln, und sprachnun mit Festigkeit folgcndermaaßen:
„Ew. Majestät sagten wohl mit Recht, daß keine geringeSache mich aus meinem einsamen Wohnorte hicherzog. Ichkam nicht hicher, als meinem Sohne das Eigenthum — dasEigenthum, das ihm von einem Vater zuficl, der für dieRechte Ew. Majestät starb — unter dem Vorwände der Ge-rechtigkeit durch Verschwörung entzogen wurde, damit es erstdie Habsucht des rebellischen Fairfax sättigen, und dann der