hoch gestellt! — Wollt Ihr mir sie vom Kaminsims herunterreichen? — Ich will Euch, wie die Franzosen sagen, luire tucuisine lehren, und dann wollen wir, wenn es Euch gefällt,wie Brüder die Arbeiten unsers Gefängnisses theilen."
Julian willigte gern in des kleinen Mannes freundlichenVorschlag, ohne einen Zw'eifel zu erheben, ob er ein Bewoh-ner derselben Zelle bleiben würde. Ob er gleich, im Ganzengenommen, geneigt war, die lispelnde Stimme des vorher-gehenden Abends als Gebild seiner eignen aufgeregten Phan-tasie zu betrachten, so wünschte er doch, zu sehen, wie einezweite Nacht in derselben Zelle ablaufen würde, und derTon des unsichtbar eingedrungenen Wesens, den er um Mit-ternacht mit Schrecken gehört hatte, erregte nun in der Er-innerung eine sanfte und nicht unangenehme Unruhe — dievereinigte Wirkung von Furcht und von erweckter Neugierde-
Tage der Gefangenschaft haben wenig Bemerkenswerthes.
Mittags und Abends besuchte sie ihr finsterer Schließer,der mit geräuschlosem Schritt und mürrischem Betragen still-schweigend das Nothwendige besorgte, und so wenig Wortemit ihnen wechselte, als ein Offizial in der spanischen Inqui-sition bei ähnlicher Gelegenheit sich erlaubt haben möchte.Mit demselben verschwiegenen Ernste, sehr verschieden von derlachenden Laune, in welcher er bei einer frühern Gelegenheitbetroffen worden war, schlug er mit einem kleinen Hammergegen ihre Fesseln, um sich durch den hervorgebrachten Schallzu überzeugen, ob sie mit einer Feile oder sonst wären bear-beitet worden. Drauf stieg er auf einen Tisch, und machtedieselbe Probe an den Fenstergittern.
Julians Herz klopfte; denn konnte nicht eines von diesenGittern so bearbeitet worden sein, um dem nächtlichen Be-such Eingang zu verschaffen? Aber sie gaben dem erfahrnen