Gcsichtsbildung insbesondere würde, wenn er etwas längergewesen wäre, in der Jugend für hübsch, und nunmehr imAlter für interessant und ausdrucksvoll gegolten haben; eswar nur das ungemeine Mißverhältniß zwischen dem Kopfund dem Rumpf, welches die Züge seltsam und bizarr erschei-nen ließ, — eine Wirkung, welche durch den Knebelbart desZwergs beträchtlich verstärkt wurde, da er diesen so groß zutragen beliebte, daß er sich hinten mit seinen graulichen Haa-ren verwickelte und vermischte.
Die Kleidung dieses sonderbaren Menschen verriet-, daßer nicht ganz frei von dem unglücklichen Geschmack war, wel-cher Menschen, die von der Natur durch persönliche Mißgestaltausgezeichnet sind, verleitet, sich durch den Gebrauch auffal-lender Farben und fantastisch und außerordentlich geformterKleidungsstücke bemerklich und zugleich lächerlich zu machen.Aber die Stickereien und Verbrämungen des armen GottfriedHudson, und sein übriger Putz waren sehr abgenutzt und ver-blichen durch die Zeit, die er im Gefängniß wegen der un-bestimmten und boshaften Anklage zugebracht hatte, daß erauf die eine oder die andere Art ein Mitschuldiger in diesemAlles an sich ziehenden, Alles verschlingenden Strudel einerpapistischen Verschwörung wäre, — einer Beschuldigung, die,wenn sie auch vom Munde des Schlechtesten und Boshafte-sten ausgesprochen wurde, zu jener Zeit übermächtig genugwar, den lautersten Ruf zu beflecken.
Nachdem die Gefangenen einige Zeit einander stillschwei-gend angesehen hatten, hielt es der Zwerg, im Bewußtseinseiner Würde als erster Inhaber ihres gemeinschaftlichen Zim-mers, für nöthig, den neuen Ankömmling in demselben zu be-willkommen. „Mein Herr," sagte er, indem er die abwech-selnd harten und kreischenden Töne seiner Stimme in so har-