Druckschrift 
21 (1852) Peveril vom Gipfel
Entstehung
Seite
463
Einzelbild herunterladen
 

in welche sich verschiedene dieser Gänge öffneten, und welche,in Hinsicht des Labyrinths, durch das er zum Theil gekom-men war, dem Mittelpunkt eines Spinnengewebes zu gleichenschien.

In diesem kleinen gewölbten Gemach, dessen Wände rings-herum mit Musketen, Pistolen, Hirschfängern und andern Ge-wehren sowohl, als mit vielen Reihen Fesseln und Eisen vonverschiedener Form, sämmtlich in großer Ordnung und zumGebrauch bereit, behängt waren, saß ein Mann, der nichtunpassend mit einer aufgeschwollenen Spinne verglichen wer-den konnte, die sich hier eingenistet hatte, jede Beute fest zuhalten.

Die Gesichtszüge dieses Mannes, der früher von starkeraber verhältnismäßig großer Statur gewesen, waren jetztmürrisch und talgfarbig; seine Glieder aufgeschwollen undunproportionirt; sein ungeheurer Bauch und unbehülflicherKnochenbau führte auf den Gedanken, daß er, nachdem ereinmal seinen Weg in diesen verborgenen Mittelpunkt gefun-den, sich daselbst, wie das Wiesel in der Fabel, gemästet undreichlich genährt hatte, bis er unfähig geworden, durch einender engen in seiner Zelle endigenden Gänge zurück zu kehren;und daher da zu bleiben gezwungen war, wie eine Kröte un-ter dem kalten Stein, unter den schmutzigen Dünsten der ihnumgebenden Kerker, die jedem Andern vergiftend gewesen seinwürden, wohl gedeihend. Gewaltige, mit eisernen Hakengeschloffene Bücher lagen vor dem Korpulenten die Ur-kunden des Reichs des Elends, wo er als erster Ministerdiente; und wäre Peveril zum unbefangenen Besuch hiehergekommen, so würde ihm der Muth gesunken sein, bei Be-trachtung der Masse von menschlichem Elend, welche noth-wendig in diesen traurigen Bänden verzeichnet sein mußte.