„Gütiger Himmel!" sagte das arme Mädchen, „bin ichdenn so ganz verlassen, daß ich mich in die Arme derjenigenwerfen muß, die in der ganzen Welt am meisten Ursache hat,mich von sich zu stoßen? — Julian, könnet Ihr mir dießrathen? — Ist sonst Niemand, der mir auf einige StundenZuflucht gewähren wollte, bis ich Nachricht von meinem Va-ter bekommen kann? — Gibt es keine andere Beschützerin,als die, deren Untergang, wie ich fürchte, beschleunigt wordenist, durch — Julian, ich wage nicht, vor Eurer Mutter zuerscheinen! Sie muß mich um meiner Familie willen Haffen,und wegen meiner Niedrigkeit verachten. Zum zweiten Malmich unter ihren Schutz zu begeben, nachdem ihr erster soschlecht vergolten worden ist — Julian, ich wage nicht mitEuch zu gehen."
„Sie hat nie aufgehört, Euch zu lieben, Alerie," sagte ihrFührer, dessen Schritten sie zu folgen fortfuhr, selbst als sieihren Entschluß erklärte, nicht mit ihm zu gehen; „sie fühltenie etwas anderes, als Wohlwollen gegen Euch, ja, auch ge-gen Euren Vater, denn obgleich sein Verfahren mit uns hartgewesen ist, so kann ich doch darauf rechnen, daß er sehr ge-reizt worden ist. Glaubt mir, bei ihr werdet Ihr so sichersein, wie bei einer Mutter, — Ihr könnt vielleicht das Mit-tel zur Ausgleichung der Zwistigkeiten werden, durch die wirso viel gelitten haben."
„Gebe cs Gott," sagte Alerie. »Doch wie soll ich EurerMutter in's Gesicht sehen? Und wird sie vermögend?sein,mich gegen diese mächtigen Männer zu schützen? — lgegcnmeinen Onkel Christian? Ach, daß ich ihn meinen ärgstenFeind nennen muß!"
„Sie hat die Uebcrlegcnheit, welche Rechtschaffenheit überNiederträchtigkeit, und Tugend über Laster hat," sagte Ju-