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Dreißig st es Kapitel.
Julian hatte, Alcrien halb führend, halb unterstützend,die Mitte der St. Jakobsstraße erreicht, eh' er bedachte, wo-hin sie ihre Richtung nehmen sollten. Er fragte daher Alerie,wohin er sie führen sollte, und erfuhr, mit Erstaunen undBestürzung, daß sie, weit entfernt, zu wissen, wo ihr Vaterzu finden wäre, nicht einmal gewisse Kcnntniß hatte, daß ersich in London befände, und bloß nach dem, was er beimAbschiede geäußert hatte, hoffte, daß er daselbst angekommensein würde. Sie erwähnte ihres Oheims, Christians, abermit Zweifeln und Bedenklichkeiten, die aus den Verhältnissendes Hauses entstanden, in dem er sie eben untergebrachthatte, und ihr Widerwille, sich wieder unter seinen Schutz zubegeben, wurde von ihrem jungen Führer stark bestätigt, alswenige Worte ihn in der Ueberzeugung bekräftigt hatten, daßChristian und Ganleffe eine und dieselbe Person waren. Waswar also zu thun?
„Alerie," sagte Julian, nach kurzer Ueberlegung, „Ihrmüßt Eure früheste und beste Freundin — nämlich meine Mut-ter, aufsuchen. Sie hat jetzt kein Schloß, in welchem sie Euchaufnehmen könnte, — sie hat nur eine elende Wohnung, sonahe dem Gefängniß, in welchem mein Vater verhaftet ist,daß sie fast eine Zelle desselben Gefängnisses zu sein scheint.Ich habe sie nicht gesehen, seit ich hieher gekommen bin; aberso viel Hab' ich durch Erkundigung erfahren. Wir wollennun nach ihrem Quartier gehen; wie es auch sein mag, ichweiß, sie wird es mit einem so unschuldigen und schutzlosenMädchen, wie Ihr seid, theilen."