„Es ist noch härter," sagte der König, in demselben ge-mäßigten Tone, den Beide in der übrigen Unterredung bei-behielten, „daß die glänzenden Augen eines Mädchens einenEdelmann die Anständigkeit vergessen machen können, die erden vertrauten Verhältnissen seines Souveräns schuldig ist."
„Darf ich so frei sein, Ew. Majestät zu fragen, was dießfür eine Anständigkeit ist?"
Carl biß sich in die Lippe, um sich des Lächelns zu ent-halten. „Buckingham," sagte er, „das ist ein närrischer Han-del; und wir dürfen nicht vergessen (wie wir beinahe gethanhaben), daß wir Zuhörer zu Zeugen dieses Auftritts haben,und auf der Bühne mit Würde einhergchen sollten. Ich willEuch Eure Fehler privatim zeigen "
„Es ist genug, daß Ew. Majestät unwillig geworden sind,und daß ich unglücklicherweise die Ursache gewesen bin," sagteder Herzog, „jedoch mir keiner Absicht bewußt, außer ein paargalanten Worten; und ich bitte demüthig Ew. Majestät umVergebung."
So sprechend kniete er mit Anmuth nieder. „Du hastsie," sagte der versöhnliche Fürst. „Ich glaube, du wirst eherder Beleidigung, als ich der Vergebung müde sein "
„Lange möge Ew. Majestät leben, um das Aergerniß zugeben, welches Ihr jetzt meiner Unschuld zur Last zu legenbeliebt," sagte der Herzog.
„Was meint Ihr damit, Herzog?" sprach Carl, dem wiederein Schatten des Unwillens für einen Augenblick über dieStirne zog.
„Mein Fürst," erwiederte der Herzog, „Ihr seid zu auf-richtig um Eure Gewohnheit abzuläugnen, mit Cupido's Vo-gelpfeilen in anderer Leute Gehäge zu schießen. Ihr habtdas königliche Recht der freien Jagd über Jedermanns Park