schäften zu wachen, über dieses Unternehmen, seine ihm be-stimmte Geliebte zu verführen, ergrimmt wie ein morgenlän-discher Sultan den Uebermuth eines Veziers empfunden ha-ben würde, welcher seinem beabsichtigten Kauf einer gefan-genen Schönen auf dem Sclavenmarkt vorgegriffen hätte.Carls schwarzbraune Gesichtszllge rötheten sich, und die starkenLinien seiner dunkeln Physiognomie schienen aufzuschwellen,als er mit einer vom Affect stotternden Stimme sagte: „Eu-res Gleichen, Buckingham, würdet Ihr nicht so zu beleidi-gen gewagt haben! Eurem Gebieter könnt Ihr sicher jedenSchimpf anthun, weil sein Rang sein Schwert an die Scheidebindet."
Der stolze Herzog konnte diesen Hohn nicht unbeantwortetüber sich ergehen lassen. „Mein Schwert," sagte er mit Nach-druck, „war nie in der Scheide, wenn der Dienst Ew. Ma-jestät cs zu entblößen forderte."
„Ew. Durchlaucht meinen, als sein Dienst für seines Be-sitzers Vorthcil not-wendig war," sagte der König; „dennIhr konntet die Herzogskrone nur durch Fechten für die kö-nigliche Krone gewinnen. Aber das ist vorbei — ich habeEuch als Freund — als Gefährten — fast als meines Glei-chen behandelt — Ihr habt mich mit Uebermuth und Undankbelohnt."
„Sire," antwortete der Herzog fest, aber ehrerbietig, „ichbin unglücklich, daß ich Euch mißfalle; jedoch insofern glück-lich, daß, während Eure Worte Ehre ertheilen können, siedieselbe doch nicht zu verringern oder zu entziehen vermögen.— Es ist hart," fuhr er mit gedämpfter Stimme fort, sodaß er bloß vom Könige gehört werden konnte, „daß dasGeschrei.eines grämlichen Mädchens die Dienste so vieler Jahreaufwiegen soll "