Druckschrift 
21 (1852) Peveril vom Gipfel
Entstehung
Seite
398
Einzelbild herunterladen
 

kann ich wohl seinen Stolz demüthigcn, werde aber nie seinHaus stürzen."

Du kennst dein Vorhaben am besten," sprach Christian;und ich lasse der Reinheit deiner Grundsätze Recht wider-fahren, Bruder; aber Menschen, die nur mit weltlichen Augensehen, würden wenig Mitleid in der strengen Magistratsper-son und in dem harten Gläubiger entdecken und so hastdu dich gegen Pcveril erwiesen."

Und ich, Bruder Christian," sagte Bridgenorth erröthend,bezweifle weder deinen Vorsatz, noch läugne ich die ausneh-mende Gewandtheit, womit du dir so vollkommene Belehrungüber die Absichten jenes Weibes von Ammon verschafft hast. Aderes steht mir frei, zu denken, daß du in deinem Verkehr mitdem Hofe und den Hofleuten, in deiner fleischlichen und welt-lichen Politik, den Werth jener geistigen Gaben, um derent-willen du einst unter den Brüdern so sehr berühmt wärest,herabgesetzt haben magst "

Befürchte das nicht," entgcgnete Christian, der, durch dievorhergehende Bemerkung etwas gereizt, sich wieder faßte.Laß uns nur gemeinschaftlich wirken wie zuvor; und ich binsicher, jeder von uns soll sich in der Arbeit eines treuen Die-ners jener alten Angelegenheit finden lassen, für die wir zu-vor das Schwert gezogen haben."

Bei diesen Worten nahm er seinen Hut, sagte BridgenorthLebewohl, und versprach, auf den Abend wiederzukommcn.

Leb' wohl," sprach Bridgenorth;für diese Angelegenheitwirst du mich immer als einen treuen und eifrigen Anhängerfinden. Ich will nach deinem Rath bandeln, und will dich so-gar nicht einmal fragen wenn es gleich mein Vaterherzbekümmern mag bei wem oder wo du mein Kind unterAufsicht gebracht hast. Ich will versuchen, selbst meine rechte