Druckschrift 
21 (1852) Peveril vom Gipfel
Entstehung
Seite
341
Einzelbild herunterladen
 

341

sem Augenblick ihn ansah, zeigte mehr zärtliche Thcilnahmefür ihn in seinen verfallenen Glücksumständen, und in seinerabhängigen Lage, als er von ihr hatte damals erlangen kön-"nen, da sein zeitliches Verrnögen so sehr daü ihrige zu über-treffen schien.

Erfreut und gestärkt durch die Uebcrzeugung, daß einHerz in der Gesellschaft, und zwar dasjenige, in welchem eram innigsten einen Platz sich zu sichern wünschte, an seinemKummer Theil nehme, fühlte er sich stark genug, Alles, wasnoch folgen möchte, auszudauern, und crschrack nicht vor demfinstern, stillen Lächeln, mit welchem einer nach dem andernin der Versammlung ihn ansah, als sie auf dem Wege zuihren verschiedenen Nachthcrbergcn sich beim Abschiede miteinem triumphirendcn Blicke an einem Menschen weideten,den sie als ihren gefangenen Feind betrachteten.

Alexie ging auch an ihrem Geliebten vorbei, mit nieder-gesenkten Augen, und erwiederte seine tiefe Verbeugung,ohne sich cmporzurichten. Das Zimmer war nun leer, bisauf Bridgenorth und seinen Gast oder Gefangenen. DerMajor nahm einen alten messingenen Leuchter vom Tisch, undsagte, indem er den Weg zeigte :Ich muß einen unhöflichenKammerdiener machen und Euch zu einem Schlafzimmer füh-ren, das vielleicht unbequemer ist, als Ihr cinzunehmcn ge-wohnt seid."

Julian folgte ihm stillschweigend eine altmodische Wendel-treppe innerhalb eines Thurmes hinauf. Am Ende derselbenwar eine kleine Kammer, wo eine gewöhnliche Pritsche, zweiStühle und ein kleiner, steinerner Tisch die einzige Geräth-schaft ausmachten.Euer Bett," fuhr Bridgenorth fort, alswünschte er ihr Beisammensein zu verlängern,ist nicht das