323
„wohl so eine obrigkeitliche Person, als Cromwell Monarchwar. Euer Herz ist voll Uedcrmuth, weil Ihr des KönigsVerzeihung habt, und auf den Sitz erhoben seid, die armenPapisten zu verfolgen. ES war nie Aufruhr im Staate, wonicht Schurken ihren Vortheil dabei zogen — nie kochte einTopf, wo der Schaum nicht emporstieg."
„Um Gotteswillen, lieber Mann," unterbrach ihn LadpPeveril, „halt ein mit deinen Reden! Du bringst Herrn Briv-genorth nur auf, welcher sonst wohl bedenken könnte, daßnach allgemeiner christlicher Liebe —"
„Ihn ausbringcn!" rief Ritter Peveril, sie ungeduldig un-terbrechend; „bei Gott, Frau, du wirst mich rasend machen.Hast du so lange in dieser Welt gelebt, und erwartest nochUeberlegung und christliche Liebe von einem alten hungrigenWolf, wie er? Und wenn er sie hätte, glaubst du, daß ichoder du, als meine Gattin, Gegenstände für seine christlicheLiebe sind? Julian, mein armer Sohn, cü schmerzt mich, daßdu unglücklich gewesen bist, weil dein Pistol nicht besser ge-laden war — aber dein Ruf als Schütze ist für immerdahin."
Ließ heftige Gespräch ging so schnell vor sich, daß Julian,der sich kaum von der äußersten Bestürzung erholt, keine Zeitzu überlegen hatte, auf welche Art er am wirksamsten zumBeistände seiner Eltern verfahren sollte. Offen mit Bridgc-north zu sprechen, schien die klügste Maßregel zu sein; aberhierzu konnte sein Stolz sich kaum herablaffen; doch that ersich Gewalt an, mit aller ihm möglichen Gelassenheit zu sa-gen: „Herr Bridgenorth, da Ihr eine obrigkeitliche Personseid, so verlange ich, nach den Gesetzen Englands behandeltzu werden, und begehre zu wissen, wessen wir angeklagt, undauf wessen Befehl wir festgenommen sind?"
2»