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bcn. Sie empfing Julian mit gewohnter Güte, und nachdemiie ihn sich hatte setzen lassen, winkte sie der Stummen, ihreNadel zu nehmen. Im Augenblick setzte sich Fenella an einenStickrahmen, wo sie für eine Bildsäule hätte gelten können,so wenig bewegte sie Kopf oder Auge von ihrer Arbeit. Daihre Gehörlosigkeit ihre Gegenwart zu keinem Hinderniß dervertrautesten Unterredung machte, so sprach nun die Gräfinzu Peveril, als wenn sie ganz allein beisammen wären. „Ju-lian," sagte sie, „ich will mich jetzt nicht bei Euch über dieGesinnungen und das Betragen Derbp's beklagen. Er istEuer Freund, — er ist mein Sohn. Er hat Gute des Her-zens, und Lebhaftigkeit des Talents, und doch —"
„Theuerste Gräfin," unterbrach sie Peveril. „warum wolltIhr Euch damit betrüben, daß Ihr Euren Blick aus Mängelheftet, die eher aus einer Veränderung der Zeiten und derSitten, als aus einer Ausartung meines edeln Freundesentspringen? Laßt ihn einmal mit seiner Pflicht im Kriegeoder im Frieden beschäftigt sein, und laßt mich dafür büßen,wenn er nicht seinen Beruf so vollzieht, wie es seinem hohenPosten ziemt."
„Ja," erwiederte die Gräfin, „aber wann wird der Rufder Pflicht sich mächtiger zeigen, als der des müßigsten undgemeinsten Vergnügens, das nur zum Vertreiben der Langen-weile dienen kann? Sein Vater war von einem andernSchlage; und wie oft war es mein Loos, ihn bitten zu müs-sen, daß er von der strengen Erfüllung jener Pflichten, dieihm sein hoher Posten auflegte, sich nur die seiner Gesund-heit nöthige Erholung erübrigen möchte?"
„Immer, meine theuerste Gräfin," sagte Peveril, „müßtIhr doch zugedcn, daß die Pflichten, zu welchen Euren ver-ewigten Gemahl die Zeiten auffordcrten, von einer mehr auf-