Englands Gesetze stehen unter der Aufsicht aufrichtiger undgelehrter Richter und eines gnädigen Monarchen."
„Und eines Unterhauses," unterbrach ihn Bridgenorth,„das, wie von einem Donnerschlage, zu dem Gefühl des ge-fährlichen Zustandes unserer Religion und unserer bürgerlichenFreiheit erweckt worden ist. Ich berufe mich auf Euer eigenesGewissen, Julian Peveril, ob dieses Erwachen nicht zur rech-ten Zeit erfolgt ist, weil Ihr selbst, und Niemand besser, alsIhr, die raschen Schritte kennt, die Nom gemacht hat, seinenGötzendienst in unserm protestantischen Lande zu errichten."
Da hier Julian die Spur von BridgenorthS Argwohnsah oder zu sehen glaubte, so eilte er, sich von dem Verdachteiner Begünstigung der römisch-katholischen Religion zu be-freien. „Es ist wahr," sagte er, »ich bin in einer Familieerzogen worden, wo jener Glaube von einer geehrten Personbekannt worden ist, und ich bin seitdem in papistische Ländergereist; aber eben deßwegen habe ich das Papstthum zu nahegesehen, um seinen Grundsätzen gewogen sein zu können. DieAndächtelei der Laien — die beharrlichen Kunstgriffe der Prie-sterschaft — die stete Jntrigue für die Ausbreitung der For-men ohne den Geist der Religion — die Anmaßung jenerKirche über die Gewissen der Menschen — ihre stolzen An-sprüche auf Unfehlbarkeit, sind in meinem Geiste eben so un-verträglich, als sie nur in dem Eurigen scheinen können, mitgesundem Verstände, Vernunft, Gewissensfreiheit und reinerReligion."
„Gesprochen gleich dem Sohne Eurer vortrefflichen Mut-ter," sprach Bridgenorth, und faßte ihn bei der Hand, „umderentwillen ich so Vieles von Eurem Hause habe unvergol-ten sein lassen, selbst als die Mittel zur Vergeltung in mei-ner Hand waren."