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etwas Ausländisches. Ihr Gesicht glich einem sehr schönenMiniaturbilde, und es war eine gewisse Lebhaftigkeit, Ent-schlossenheit und Glut in Fenella's Wesen, und besonders inihren Augen, welche wahrscheinlich dadurch noch wachsamerund schärfer wurden, weil sie, bei der Unvollkommenheit ihrerandern Sinnwerkzeuge, bloß durch das Gesicht über das, wasum sie her vorging, Belehrung erhalten konnte-
Die schöne Stumme besaß manche kleine Geschicklichkeiten,welche ihr die Gräfin aus Mitleid mit ihrer traurigen Lagehatte beibringen lassen, und welche sie mit der bewunde-rungswürdigsten Geschwindigkeit erlernt hatte. So war siezum Beispiel sehr geschickt im Gebrauch der Nadel, und eineso fertige und sinnreiche Zcichnerin, daß sie, wie die altenMericaner, bisweilen mit dem Zeichenstift zur Mittheilungihrer Ideen, entweder durch unmittelbare oder durch sinnbild-liche Darstellung, behend eine Skizze entwarf; besonders warsie auch in der damals sehr betriebenen zierlichen Schreibe-kunst sehr weit gekommen.
Die Kleine hatte außer diesen Gaben viel behenden Witzund scharfen Verstand. Bei der Gräfin Derby und den bei-den jungen Edelleuten war sie sehr beliebt, und genoß vielFreiheit in der Unterhaltung mit ihnen, was vermittelst ge-wisser unter ihnen festgesetzten Zeichen geschah.
Aber, so sehr Fenella die Gunst ihrer Gebieterin, von dersie sich wirklich selten trennte, besaß, so war sie doch keines-weges bei den übrigen Mitgliedern des Hauses beliebt. Inder That schien es, als ob ihr, vielleicht durch ein Gefühlihres Unglücks erbittertes Gemüth gar nicht zu ihren Talen-ten in gleichem Verhältniß stünde. Sie war sehr stolz inihrem Betragen, selbst gegen obere Diener, welche in dieserResidenz von viel höherem Range und besserer Geburt wa-