keine bittere Empfindlichkeit über dieselben unterhalten sollte,da eine Thüre der Versöhnung sich öffne."
„Still, junger Mensch," sagte Bridgenorth, „du sprichstvon Etwas, das du nicht verstehst. Unsere menschlichen Be°leidigungen zu vergeben, ist christlich und löblich; aber wirhaben keinen Auftrag, diejenigen zu vergeben, welche derSache der Religion und der Freiheit zugefügt worden find;wir haben kein Recht, Befreiungen zu gewähren, oder denendie Hand zu schütteln, die das Blut unsrer Brüder vergossenhaben." Er blickte auf Christian's Bildniß und schwieg einigeMinuten, als fürchte er, in seiner Heftigkeit zu weit fortge-riffen zu werden, und nahm dann das Gespräch in einem mil-dern Tone wieder auf.
„Diese Dinge führe ich Euch an, Julian, um Euch zu zei-gen, wie unmöglich, in den Augen eines bloß weltlichen Men-schen, die von Euch gewünschte Verbindung sein würde. Alleinder Himmel hat zu Zeiten eine Thüre geöffnet, wo der Menschkein Mittel zum Ausgange fichet. Eure Mutter, Julian, ist,obwohl eine Person, welcher nach der Sitte der Welt dieWahrheit unbekannt ist, doch eine der besten und weisestenFrauen; und die Vorsehung, welche ihr eine so holde Gestaltgab, und dieser Gestalt ein so lauteres Gemüth verlieh, alsnur die ursprüngliche Gebrechlichkeit unserer geringen Natur»erstatten will, hat — ich habe das Vertrauen — nicht dieAbficht, daß fie bis an'S Ende ein Gefäß des Grimmes undVerderbens bleiben soll. Von Eurem Vater sag' ich nichts— er ist, was die Zeiten und das Beispiel Anderer, und dieRathgebungen seines gebieterischen Priesters aus ihm gemachthaben; und von ihm, ich wiederhole es, sage ich nichts, aus-genommen, daß ich Macht über ihn habe, welche er ehemalsempfunden haben möchte, wenn nicht Jemand innerhalb seiner
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