172
Alcriens befehlenden Ton überwältigte die Heftigkeit ihresGeliebten, welcher stillschweigend in einiger Entfernung vonihr, sich setzte, und wieder im Begriff war zu sprechen. „Ju-lian," sagte sie in einem mildern Tone, „Ihr habt genug ge-sprochen, und mehr, als genug. Hättet Ihr mich in dem an-genehmen Traum gelassen, in dem ich Euch für immer hättezuhören können! aber die Stunde des Erwachens ist ge-kommen."
Peveril erwartete die Fortsetzung ihrer Rede, wie ein Ver-brecher sein Verdammungöurtheil; denn er wußte recht wohl,daß eine gewiß nicht ohne Bewegung, aber mit Festigkeit undEntschlossenheit ausgesprochene Antwort sich nicht unterbrechenließ. „Wir haben unrecht gehandelt," wiederholte sie, „sehrunrecht; und wenn wir uns nun für immer trennen, so wirdunser Schmerz nur eine gerechte Strafe für unser Vergehensein. Wir hätten einander nie treffen sollen. Trafen wireinander, so hätten wir, so bald als möglich, uns trennensollen. Unser fernerer Verkehr kann nur unfern Schmerz beimScheiden vermehren. Lebt wohl, Julian, und vergeht, daßwir je einander gesehen haben."
„Vergessen!" sagte Julian; „nimmermehr. Für Euch istes leicht, das Wort zu sprechen, den Gedanken zu denken.Für mich kann eine Annäherung zu einem von beiden nurdurch gänzliche Vernichtung statt finden. Warum solltet Ihrzweifeln, daß der Streit unsrer Väter, gleich so vielen Zwi-sten, von denen wir hörten, durch unsre Freundschaft beigelegtwerden könnte? Ihr seid meine einzige Freundin. Ich bin dereinzige, den der Himmel Euch bestimmt hat. Warum solltenwir uns trennen um der Fehler Andrer willen, welche vor-fielen, als wir noch Kinder waren?"
„Ihr redet umsonst, Julian," sagte Merie; „ich bcdaure