meister war, strich. Dieser Gräuel kam der Wittwe des Ober-sten zu Ohren, und wurde von ihr Bridgenvrth hinterbracht,dessen plötzliche Erscheinung auf der Insel bewies, welche Wich-tigkeit er auf diese Mittheilung legte. Hätte Debora treulosin ihrer eigenen Sache gehandelt, so wäre dieß die letzteStunde ihres Amts gewesen. Aber sie zog sich in ihre Fe-stung zurück.
„Tanzen," sagte sie, „ist Leibesbewegung, durch Musik ge-ordnet und abgemessen; und die gesunde Vernunft lehrt, daßes die beste aller Leibesbewegungen für eine zarte Personsein muß, besonders, da sie im Hause und bei allem Wettervorgenommen werden kann."
Bridgenvrth horchte, mit finsterer und bedenklicher Miene,als Debora, zur Erläuterung ihrer Lehre, auf der Viole, diesie nicht schlecht spielte, Sellenger's Rundgesang zu geigenanfing, und Alepie einen altenglischen Tanz nach dieser Me-lodie tanzen hieß. Als sich das halb verschämte, halb lächelnde,etwa vierzehnjährige Mädchen anmuthig zu der Musik be-wegte, folgte des Vaters Auge unwiderstehlich dem leichtenSchwünge ihrer Schritte, und bemerkte mit Freude die höhereFarbe auf ihren Wangen. Als der Tanz vorüber war, nahmer sie in seine Arme, strich ihre etwas verstörten Locken mitzärtlicher Vaterhand aus dem Gesicht, lächelte, küßte ihreStirne, und nahm Abschied, ohne ein Wort weiter zu sagen,das die Uebung im Tanzen verboten hätte. Er theilte dasErgebniß seines Besuchs im Blackfort nicht selbst der FrauChristian mit, sondern sie erfuhr cs bald nachher durch Debo-rens Triumph bei ihrem nächsten Besuch.
„Es ist gut," sagte sie; „mein Bruder Bridgenvrth hatEuch erlaubt, eine Herodias aus Alcrien zu machen, um siedas Tanzen zu lehren- Ihr habt ihr nur noch einen Lebens-